Amtsgericht Bad Segeberg Urteil vom 25.11.2011 - 17 C 160/11 - Zur Höhe der Mahnkosten
 

E-Commerce- und Webshoprecht


 

Home  |   Verkehrslexikon  |   Datenschutz  |   Impressum  |      

 





 



AG Bad Segeberg v. 25.11.2011: Zur Höhe der Mahnkosten a


Das Amtsgericht Bad Segeberg (Urteil vom 25.11.2011 - 17 C 160/11) hat entschieden:
Begehrt ein Gläubiger für die Erstellung von Mahnschreiben Schadensersatz, sind die mit der Erstellung von Mahnschreiben entstandenen Kosten gemäß § 287 ZPO auf 1,00 € pro Mahnschreiben zu schätzen (vergleiche BGH, Urteil vom 18. Januar 1979, VII ZR 165/78, BGHZ 73, 292 = NJW 1979, 763, 764, juris Rn. 19; AG Meldorf, Urteil vom 4. Dezember 2007, 84 C 1075/07, WuM 2008, 99 f., juris Rn. 5). Weitergehende Kosten, die im Zusammenhang mit der Erstellung der Mahnung angefallen sein könnten, insbesondere anteilige Personalkosten und Kosten für das Vorhalten entsprechender EDV u.ä., können hierbei keine Berücksichtigung finden (BGH, Urteil vom 9. März 1976, VI ZR 98/75, BGHZ 66, 112 = NJW 1976, 1256; BGH, Urteil vom 18. Januar 1979, VII ZR 165/78, BGHZ 73, 292 = NJW 1979, 763, 764 und AG Meldorf, Urteil vom 4. Dezember 2007, 84 C 1075/07, WuM 2008, 99 f., juris Rn. 5 f.).





Siehe auch Inkassokosten - Verzugsschaden und Stichwörter zum Thema Bezahlen im Onlinehandel


Aus den Entscheidungsgründen:

"... Der Anspruch auf die Verzugszinsen folgt hinsichtlich der Hauptforderung aus §§ 286 Abs. 1, 288 Abs. 1 BGB und hinsichtlich der Nebenforderung aus §§ 291, 288 Abs. 1 BGB. Soweit die Klägerin beantragt hat, Zinsen in Höhe von „5 %“ und nicht „5 Prozentpunkten“ zuzuerkennen, war der Klagantrag so auszulegen, dass die Klägerin die Zahlung des gesetzlichen Zinssatzes begehrt (vgl. OLG Hamm, Urt. v. 05.04.2005 – 21 U 149/04, NJW 2005, 2238 f.). Soweit die Klägerin die Zahlung von Zinsen hinsichtlich der Nebenforderung auch für den 04.06.2011 begehrt hat, war die Klage abzuweisen, weil Verzug gemäß § 187 Abs. 1 BGB analog erst mit Ablauf des Tages, an dem die Zustellung des Mahnbescheides erfolgte, eingetreten ist (vgl. hierzu Palandt/Heinrichs, BGB, § 187 Rn. 1 a.E. m.w.Nachw.). 8 Die geltend gemachten Mahnkosten sind als Teil des Verzugsschadens gemäß §§ 286 Abs. 1, 280 Abs. 1 BGB zu erstatten. Das Gericht schätzt diese gemäß § 287 ZPO der Höhe nach auf 1,00 € pro Mahnschreiben im Hinblick auf die für die Erstellung eines Mahnschreibens entstehenden Porto- und Materialkosten (vgl. BGH, Urt. v. 18.01.1979 – VII ZR 165/78, BGHZ 73, 292 = NJW 1979, 763, 764, juris Rn. 19; AG Meldorf, Urt. v. 04.12.2007 – 84 C 1075/07, WuM 2008, 99 f., juris Rn. 5). Weitergehende Kosten, die im Zusammenhang mit der Erstellung der Mahnung angefallen sein könnten, insbesondere anteilige Personalkosten und Kosten für das Vorhalten entsprechender EDV u.ä., können hierbei keine Berücksichtigung finden, weil solche im Zusammenhang mit der außergerichtlichen Abwicklung von Zahlungsansprüchen einer Partei anfallende Kosten keinen erstattungsfähigen (Verzugs-)Schaden darstellen (BGH, Urt. v. 09.03.1976 – VI ZR 98/75, BGHZ 66, 112 = NJW 1976, 1256; BGH, Urt. v. 18.01.1979 – VII ZR 165/78, BGHZ 73, 292 = NJW 1979, 763, 764; AG Meldorf, Urt. v. 04.12.2007 – 84 C 1075/07, WuM 2008, 99 f., juris Rn. 5 f.). Unter Zugrundelegung dessen kann die Klägerin für das Schreiben vom 04.11.2010 die Erstattung von 1,00 € verlangen. Ebenso kann die Klägerin für das Schreiben vom 22.04.2010 die Erstattung von 1,00 € verlangen. Zwar stellen die Kosten für die Verzugsbegründung selbst keinen erstattungsfähigen Schaden dar, jedoch befand sich der Beklagte gemäß § 819 Abs. 1 BGB bereits zuvor im Verzug. Hinsichtlich der weitergehend in Höhe von 8,00 € geltend gemachten Mahnkosten war die Klage abzuweisen. ..."







 Google-Anzeigen: