GmbH-Gründung - Sitz - Niederlassungssitz - Verwaltungssitz - Inland - Sitzverlegung ins Ausland - Handelsregistereintragung - Deutschland - Niederlande
 


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Die deutsche GmbH mit Auslandsbezug


Für ausländische Unternehmer bietet es sich an, gegenüber deutschen Verbrauchern als deutsches Unternehmen zu erscheinen, weil dies in vielerlei Hinsicht einen gewissen Vertrauensvorschuss bietet.

Sie müssen dabei allerdings einige Besonderheiten des deutschen GmbH-Rechts beachten:
  • Inwieweit ist eine Sitzverlegung innerhalb der EU möglich?
  • Kann der Verwaltungssitz sich im Ausland befinden?
  • Müssen die Gesellschafter einen Wohnsitz im Inland haben?
  • Müssen der oder die Geschäftsführer im Inland wohnen?
Allein wegen der Komplexität des deutschen Steuerrechts - auf das in diesem Lexikon nicht eingegangen wird - erscheint es als unumgänglich, dass ein Webshopbetreiber, der eine Firma in Deutschland errichtet, die Hilfe eines Steuerfachmanns in Anspruch nimmt.








Gliederung:



Allgemeines: - nach oben -


Sitzverlegung ins Ausland: - nach oben -
  • OLG München v. 04.10.2007:
    Die Verlegung des Satzungssitzes einer nach deutschem Recht gegründeten GmbH in einen anderen Mitgliedstaat der EU (hier: Portugal) kann nicht in das deutsche Handelsregister eingetragen werden. Daran hat sich durch die neuere Rechtsprechung des EuGH (vgl. zuletzt “de Lasteyrie du Saillant” und “Sevic”) zur Niederlassungsfreiheit nichts geändert.




Beurkundungen durch ausländische Notare: - nach oben -
  • BGH v. 16.02.1981:
    Das im GmbHG § 53 Abs 2 vorgeschriebene Beurkundungserfordernis kann grundsätzlich auch ein ausländischer Notar erfüllen. Voraussetzung ist nur, dass die ausländische Beurkundung der deutschen gleichwertig ist. Gleichwertigkeit ist gegeben, wenn die ausländische Urkundsperson nach Vorbildung und Stellung im Rechtsleben eine der Tätigkeit des deutschen Notars entsprechende Funktion ausübt und für die Errichtung der Urkunde ein Verfahrensrecht zu beachten hat, das den tragenden Grundsätzen des deutschen Beurkundungsrechts entspricht.

    Auf die in BeurkG § 17 vorgesehene Prüfungspflicht und Belehrungspflicht können die Beteiligten wirksam verzichten. Einem solchen Verzicht kommt es praktisch gleich, wenn die Beteiligten einen ausländischen Notar aufsuchen, von dem sie regelmäßig eine genaue Kenntnis des deutschen Gesellschaftsrechts und deshalb eine umfassende Belehrung von vornherein gar nicht erwarten können (Entgegen OLG Hamm, 1974-02-01, 15 Wx 6/74, NJW 1974, 1057; Entgegen OLG Karlsruhe, 1979-04-10, 11 W 104/78, RIW/AWD 1979, 567).

  • BGH v. 17.12.2013:
    Das Registergericht darf eine zum Handelsregister eingereichte Gesellschafterliste nicht schon deshalb zurückweisen, weil sie von einem Notar mit Sitz in Basel/Schweiz eingereicht worden ist. Eine nach dem GmbHG erforderliche Beurkundung kann auch nach dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) durch einen ausländischen Notar vorgenommen werden, sofern die ausländische Beurkundung der deutschen gleichwertig ist (Fortführung von BGH, Beschluss vom 16. Februar 1981, II ZB 8/80, BGHZ 80, 76).







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