Google Analytics - Webseiten-Analyse - Analyse-Tools - Tracking-Tools
 

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Analyse-Tools, insbesondere Google Analytics


Webshop-Händler, Content-Anbieter, Forenbetreiber und viele andere Webseiten-Betreiber wollen möglichst viele und genaue Angaben über ihre Besucher und deren Surfverhalten haben. Um diese für sie wichtigen Informationen zu erlangen, werden Analyse-Tools eingesetzt, darunter das weitverbreitete Tool Analytics von Google.

Während einige wenige professionelle Tools - z. B. eTracker - dabei ohne Speicherung der IP-Adressen auskommen, werden von den meisten Tools auch die (dynamischen oder statischen) IP-Adressen der Besucher gespeichert. Ob diese Datenspeicherung zulässig ist - insbesondere ohne Zustimmung der betroffenen Webseitenbesucher - ist zur Zeit nicht eindeutig geklärt. Allerdings hat das Landgericht Berlin in einem rechtskräftigen Berufungsurteil ein Urteil des Amtsgerichts Berlin-Mitte bestätigt, wonach die IP-Adressen zu den sog. personenbezogenen Daten gehören, und hat deren Speicherung weitgehend untersagt.





Es ist zwar zutreffend, dass derjenige, der ein Analyse-Tool einsetzt, in der Regel nicht ohne Mitarbeit eines Providers an die Benutzerpersonalien gelangen kann, jedoch gilt dies nicht in allen Fällen. So dürfte es für Google immer dann möglich sein, die IP-Adresse mit den Personendaten des Internetanschlussinhabers zusammenzuführen, wenn dieser einen der zahlreichen Google-Accounts (z. B. Googlemail, Texte & Tabellen usw.) besitzt. Aus diesem Grund wird wohl zur Zeit überwiegend die Benutzung von Google Analytics nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Webseitenbesuchers für zulässig gehalten. Jedoch bleibt die Entwicklung der Rechtsprechung insoweit abzuwarten.

RA Lion Keller, München, zog 2008 folgendes Fazit:
"Für die beiden Berliner Gerichte stellen IP-Adressen personenbezogene Daten dar, die in aller Regel - nämlich dann, wenn keine gesetzliche Ausnahme nach § 15 TMG einschlägig ist - nur mit Einwilligung der Betroffenen erhoben werden dürfen. Dies hat zur Folge, dass Analysesoftware wie Google Analytics u.a. nicht zur Analyse des Nutzungsverhaltens verwendet werden darf, wenn dabei auch die IP-Adresse verarbeitet wird. Um weitestgehend rechtssicher zu handeln, sollten die Betreiber einer Internetseite darauf achten, dass die von ihnen verwendete Analysesoftware ohne die Verwendung der IP-Adresse auskommt.

Allerdings sei an dieser Stelle angemerkt, dass die beiden Urteile der Berliner Gerichte keine allgemeine Gültigkeit haben, sondern nur zwischen den an den jeweiligen Verfahren beteiligten Parteien Wirkung entfalten. Die Urteile haben aber eine Indizwirkung dahingehend, dass weitere Gerichte in zukünftigen Verfahren ähnlich urteilen könnten.

Es stellt somit ein rechtliches Risiko dar, personenbezogene Daten wie IP-Adressen weiterhin im Rahmen von Nutzungs-Analysesoftware auszuwerten.

Den Betreibern von Internetseiten ist zu empfehlen, auf aktuelle Urteile zu achten, um so die technische Gestaltung der Internetseiten stets auf dem aktuellen rechtlichen Stand halten zu können."
Eng verbunden mit Google Analytics ist auch das Werbesystem Google Adwords.

Da Google seit einiger Zeit auch Veränderungen bei seinem AdSense-Programm vorgenommen hat, sollten Webseitenbetreiber auch ihr Augenmerk auf den Datenschutz bei der Schaltung von AdSense-Werbung richten.

Die Datenschutzbeauftragten der Bundesländer haben am 26./27.11.2009 in Stralsund einen Beschluss gefasst, wonach die Verwendung von Analysetools, die die Speicherung der IP-Adresse des Besuchers voraussetzen - hierzu gehört auch Google Analytics - ohne bewusste, eindeutige Einwilligung gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen verstößt. Es ist also abzuwarten, ob - außer durch Abmahnungen von Konkurrenten - auch seitens der Datenschützer oder seitens der Verbraucherverbände künftig gegen derartige Analysetools vorgegangen wird, wenn keine ausdrückliche Zustimmung des Kunden vorliegt.

In der Folgezeit fanden dann Verhandlungen zwischen Google und den Datenschützern statt, die im Herbst 2011 zu einer Einigung über einen datenschutzkonformen Einsatz von Google Analytics geführt haben.

Abgesehen von der Information in der Datenschutzerklärung und der Möglichkeit für Besucher, dem Analysegebrauch zu widersprechen, haben Webseitenbetreiber die Möglichkeit, die Speicherung unverkürzter IP-Adressen zu unterbinden. Das letztere sollten sie auch tun, solange in der Rechtsprechung nicht abschließend geklärt ist, dass die IP-Adresse nicht zu den personengebundenen Daten gehört.

Wie die Verwendung von Google Analytics datenschutzkonform erfolgen kann, wird auf dem Blog Datenschutzbeauftragter Info erklärt.

Da die Vereinbarungen zwischen Google und den Datenschutzbeauftragten nur neu anzulegende Profile betreffen, sind nach Auffassung der Datenschutzbehörden alle alten Profile unrechtmäßig und daher zu löschen.

Die Datenschutzerklärung sollte künftig so aussehen:
„Diese Website benutzt Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. („Google“). Google Analytics verwendet sog. „Cookies“, Textdateien, die auf Ihrem Computer gespeichert werden und die eine Analyse der Benutzung der Website durch Sie ermöglichen. Die durch den Cookie erzeugten Informationen über Ihre Benutzung dieser Website werden in der Regel an einen Server von Google in den USA übertragen und dort gespeichert. Im Falle der Aktivierung der IP-Anonymisierung auf dieser Webseite, wird Ihre IP-Adresse von Google jedoch innerhalb von Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder in anderen Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zuvor gekürzt. Nur in Ausnahmefällen wird die volle IP-Adresse an einen Server von Google in den USA übertragen und dort gekürzt. Im Auftrag des Betreibers dieser Website wird Google diese Informationen benutzen, um Ihre Nutzung der Website auszuwerten, um Reports über die Websiteaktivitäten zusammenzustellen und um weitere mit der Websitenutzung und der Internetnutzung verbundene Dienstleistungen gegenüber dem Websitebetreiber zu erbringen. Die im Rahmen von Google Analytics von Ihrem Browser übermittelte IP-Adresse wird nicht mit anderen Daten von Google zusammengeführt. Sie können die Speicherung der Cookies durch eine entsprechende Einstellung Ihrer Browser-Software verhindern; wir weisen Sie jedoch darauf hin, dass Sie in diesem Fall gegebenenfalls nicht sämtliche Funktionen dieser Website vollumfänglich werden nutzen können. Sie können darüber hinaus die Erfassung der durch das Cookie erzeugten und auf Ihre Nutzung der Website bezogenen Daten (inkl. Ihrer IP-Adresse) an Google sowie die Verarbeitung dieser Daten durch Google verhindern, indem sie das unter dem folgenden Link http://tools.google.com/dlpage/gaoptout?hl=de verfügbare Browser-Plugin herunterladen und installieren.

Nähere Informationen hierzu finden Sie unter http://tools.google.com/dlpage/gaoptout?hl=de bzw. unter http://www.google.com/intl/de/analytics/privacyoverview.html (allgemeine Informationen zu Google Analytics und Datenschutz). Wir weisen Sie darauf hin, dass auf dieser Webseite Google Analytics um den Code „gat._anonymizeIp();“ erweitert wurde, um eine anonymisierte Erfassung von IP-Adressen (sog. IP-Masking) zu gewährleisten.“
Wichtig ist auch, dass Google nunmehr die Möglichkeit bietet, einen Vertrag über die Auftragsdatenverwaltung abzuschließen, sodass auch dem Gebot des § 11 BDSG nachgekommen werden kann.

Die weltweite Auswertung von Userdaten geschieht in der Regel im Wege des sog. Cloud Computing.




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